Features

Donnerstag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Die Welt des Hörens

Die vielen Facetten einer Sinneswahrnehmung (4). Gestaltung: Julia Reuter Manchmal, spät am Abend im Wiener Funkhaus, kann es passieren, dass einem auf dem Weg durchs Stiegenhaus Richtung Ausgang die Klangwelten zweier Radiosender (Ö1 und Radio Wien) entgegentönen, nämlich genau an der Schwelle zwischen zweiten und erstem Stock. Die eine Klangwelle lässt David Bowie über "Heroes" singen, die andere streift einen mit Ballettmusik von Maurice Ravel. Unser Gehör ist in der Lage, beide Musikstücke in Sekundenbruchteil wahrzunehmen, zu verorten und zu entscheiden, ob es wohlklingend oder eine sogenannte Kakophonie, also Lärm, ist. Um überhaupt hören zu können, benötigen wir unsere Ohren, die in drei Bereiche unterteilt sind: das Außenohr, das Mittelohr und das Innenohr. Der Hörbereich des Menschen reicht von 20 Hertz bis 20 Kilohertz. Schallwellen mit Frequenzen unterhalb und oberhalb dieser Werte sind für den Menschen unhörbar. Sie werden als Infra- bzw. als Ultraschall bezeichnet. Im Lauf unseres Lebens nimmt das Hörvermögen kontinuierlich ab. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine reine Alterserscheinung. Auch junge Menschen sind mittlerweile immer mehr von Schwerhörigkeit betroffen. Schätzungen zufolge leidet in Österreich jeder Fünfte an einer Hörminderung. Betroffene warten im Schnitt sieben bis zehn Jahre, um etwas dagegen zu unternehmen. Den meisten Menschen, die unter einer Schwerhörigkeit leiden, kann mit Hörgeräten geholfen werden. Als Alternative dazu gibt es auch Hörimplantate. Gehörlose Menschen kommunizieren hauptsächlich mit Gebärdensprache. Blinde Menschen nutzen ihren Hörsinn zur Orientierung im Raum. Zum Beispiel mit der Klicksonar-Technik, eine fortgeschrittene Variante der aktiven Echoortung. Diese Methode ermöglicht Blinden, sich gut im Alltag zurecht zu finden und sogar Fahrrad zu fahren oder Klettern zu gehen. Bei der Klicksonar-Technik wird mit der Zunge geschnalzt und so eine Schallwelle produziert. Jeder Raum hat einen eigenen Ton, eine ganz spezifische Akustik. Tontechniker/innen müssen sich u.s. für Musik- oder Sprachaufnahmen sowie bei Konzertübertragungen intensive mit Räumen auseinandersetzen. Es geht darum, einen optimalen Klang für die Zuhörer/innen zu erzeugen. Ob wohltuende Klänge, Lärm, Hörproduktionen, Hörakustik, Gehörlosigkeit oder Hörtraining - das Radiokolleg beschäftigt sich diese Woche intensiv mit den vielen Facetten des Hörsinns.

Donnerstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Der Beginn der Landwirtschaft Zivilisation und Risiko Das Kanalsystem in Deutschland Eine unterirdische Geschichte Das Kalenderblatt 24.9.1970 Luna 16 bringt Mondgestein zur Erde Von Florian Hildebrand Der Beginn der Landwirtschaft - Zivilisation und Risiko Autorin: Dagmar Röhrlich / Regie: Frank Halbach Es war einer der größten Wandel in der Menschheitsgeschichte, vergleichbar vielleicht mit der Industrialisierung oder der digitalen Revolution: die Zeit, als aus Wildbeutern Bauern wurden. Vor rund 10.000 Jahren begann ein gesellschaftlicher Wandel, der zur Grundlage werden sollte für unsere moderne Zivilisation. Der Anfang war schwierig, forderte mit Mangelernährung und Seuchen seinen Preis. Und doch setzte sich die sesshafte Lebensweise durch. Warum das passierte und wie, davon haben die Forscher inzwischen recht gute Vorstellungen. Und so lässt sich heute die Geschichte erzählen - anhand der schlichten Siedlung von Ohalo, des monumentalen Heiligtums Göbekli Tepe und der ersten Stadt Çatalhöyük. Und es zeigt sich, dass die Menschheit schon früh mit all" den Zivilisationsproblemen kämpfte, die sie auch heute noch beschäftigen - von Gewalt bis zu den Krankheiten. Das Kanalsystem in Deutschland - eine unterirdische Geschichte Autorin: Inga Pflug / Regie: Sabine Kienhöfer Der US-amerikanische Schriftsteller und Philosoph Henry David Thoreau (1817-1862) gilt heute als einer der wesentlichsten Begründer eines Denkens, dass den verantwortungsvollen Umgang des Menschen mit der Natur in den Vordergrund stellt. Sein autobiographischer Bericht "Walden oder Leben in den Wäldern" wurde zu einem Kultbuch der weltweiten ökologischen Bewegung. Darin schildert Thoreau nicht nur seine Zeit als Einsiedler in der Abgeschiedenheit der Wälder Neuenglands. Sondern er zeigt damals schon auf, welche Folgen der Raubbau des Menschen an der Natur hat, wenn er sie nur als auszubeutende Ressource betrachtet. Darüber hinaus ist Henry David Thoreau ein Pionier der Bürgerrechtsbewegung: Seine Schrift "Über die Pflicht um Ungehorsam gegen den Staat" ist ein scharfzüngiges und ironisches Pamphlet gegen jede Form staatlicher Unterdrückung und Bevormundung. Thoreaus kompromissloses Denken beeinflusst bis in unsere Tage Demokratiebewegungen und ökologisches Engagement auf der ganzen Welt. Moderation: Birgit Magiera Redaktion: Nicole Ruchlak

Donnerstag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Reparatur der Zukunft

Neue Ideen mit Innovationspotential (4). Gestaltung: Irmgard Wutscher, Stefan Niederwieser, Margit Atzler, Ilse Huber, Hannah Horsten Ö1 sucht nach dem Zukunftspotential Österreichs. Wir laden Sie ein, uns in kurzen Videoclips vorzustellen, was Sie neu und anders machen. Im Radiokolleg präsentieren wir 12 Projekte, die Impulse zur Veränderung setzen und die Zukunft im Jetzt reparieren wollen. Nehmen Sie teil am Ö1 Generationendialog über die Gesellschaft von morgen. Auf der Videoplattform finden Sie Videos zu allen eingereichten Projekten. *Raum mit Leben füllen - auf der Suche nach städtischen Immobilienleerstand* "Ohne Raum ka Musi!". Künstler und Kreative brauchen Orte, an denen sie arbeiten können, proben, sich treffen, eine Ruhe haben oder wo sie schnitzen, bohren und hämmern. Dafür würden sich leerstehende Gebäude anbieten, die in Wien etwa häufig in öffentlicher Hand sind. Allerdings gestaltet es sich als kompliziert, so sehr Interessierte auch versprechen an einem Stichtag draußen zu sein und hinterher alles aufzuräumen. Paradocks will das ändern. An zwei Wiener Standorten bietet der Verein bereits recht erfolgreich Leerstand an. Durch Covid-19 steigt der Bedarf, günstig soll es zudem sein. Auf der Suche nach dem verlorenen Raum wird man sich deshalb ungenutzte, öffentliche Gebäude systematisch ansehen mit dem Ziel einige zu öffnen. Gestaltung: Stefan Niederwieser Link: www.daspackhaus.at *Vater Kind - das CAMP* "Heutzutage fehlt die Initiation, mit der Väter ihre Söhne auf das Erwachsenwerden vorbereiten", so Robert Papp, einer der beiden Initiatoren der Camps. Beim Vater-Kind-Camp wird dem Raum gegeben: ein gemeinsames Wochenende für Vater und Sohn oder Vater und Tochter zwischen 10 und 13 bzw. zwischen 14 und 16 in der Natur, an dem sich Väter für sich selbst und mit Gleichgesinnten darüber Gedanken machen können, wieviel Zeit sie mit ihren Kindern noch verbringen und welche Art von Vater sie sein möchten. Die heranwachsenden Kinder bekommen die Möglichkeit, zum einen mit dem Vater im Hochseilklettergarten herumzuturnen, Kanu zu fahren oder Bogen zu schießen - und für Austausch auf Augenhöhe. Gestaltung: Margit Atzler *Traivelling! - Zugreisen durch die Welt* Begonnen hat alles mit einer Reise nach Vietnam, allerdings ausschließlich mit dem Zug. Eindrucksvoll war die Reise und mit nichts zu vergleichen, sagt Elias Bohun. Er hat mit seinem Vater Matthias das Unternehmen Traivelling gegründet, das sich auf Zugreisen rund um den Globus spezialisiert hat. Der Name des Unternehmens ist eine Wortkombination aus den englischen Wörtern train travelling. Wer sich klimafreundlich fortbewegen will, fragt bei den Bohuns an. Welche Verbindungen sind optimal? Wo sind die besten Halte? Und wie komme ich zu den Tickets? [ https://www.traivelling.com/]

Donnerstag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Eine Zeitreise mit Alice Harnoncourt

Die österreichische Pionierin der historischen Aufführungspraxis wird 90 (4). Gestaltung: Helene Breisach, Marie-Theres Himmler Hinter jedem starken Mann steht eine ebenso starke Frau - so abgedroschen das klingen mag, so sehr trifft es bei Alice Harnoncourt zu: Seit Studienzeiten war sie die Partnerin von Nikolaus Harnoncourt. Ihr ganzes Leben war und ist bis heute von Musik begleitet und durchdrungen: Sie begann früh Klavier zu spielen, bevor sie mit neun Jahren die Liebe zur Geige entdeckte. Während des Musikstudiums lernte sie Nikolaus Harnoncourt kennen. Im Jahr 1953 heirateten die beiden - im selben Jahr gründeten sie den Concentus Musicus Wien. Als eines der ersten Ensembles, die sich der historischen Aufführungspraxis verschrieben haben, leisteten sie wesentliche Pionierarbeit. Dafür mussten erst einmal die geeigneten Instrumente, Noten und Musiker gefunden werden: In Klosterbibliotheken und Archiven forschten die Harnoncourts nach historischem Notenmaterial, das sie in ungezählten Stunden handschriftlich kopierten. Auf der Suche nach originalen Instrumenten durchstöberten sie Dachböden, Kirchen, Trödlerläden und Auktionshäuser in ganz Europa. Alice Harnoncourt spielte viele Jahre auf einer Violine des Tiroler Geigenbauers Jakob Stainer, dessen Instrumente zu Bach-Zeiten auf dem ganzen Kontinent berühmt waren. 30 Jahre lang prägte Alice Harnoncourt den Concentus Musicus maßgeblich mit - als Konzertmeisterin und auch als Solistin. Aufnahmen mit ihr existieren etwa von Vivaldis "Vier Jahreszeiten" oder Bachs Brandenburgischen Konzerten. Bis 2015 war sie Mitglied des Orchesters, in den letzten Jahren noch als Geigerin am ersten Pult, an der Seite von Konzertmeister Erich Höbarth. Und auch das Familienleben der Harnoncourts, mit vier Kindern, war stets eng verwoben mit der musikalischen Arbeit der Eltern. Die historisch informierte Aufführungspraxis ist heute eine feste Größe in der klassischen Musikwelt - zahlreiche Originalklangensembles existieren neben den modernen Orchestern. Aber auch deren Spielpraxis orientiert sich stärker an historischen Vorbildern, als das vor 70 Jahren der Fall war. Heute ist nur noch schwer vorstellbar, wie sehr die ersten Originalklangensembles die damaligen Klangvorstellungen und Hörgewohnheiten durcheinandergewirbelt haben. Seit dem Tod ihres Mannes im Jahr 2016 hat Alice Harnoncourt mehrere Bücher mit Aufzeichnungen von Nikolaus Harnoncourt herausgebracht. Bis heute verwaltet sie das Archiv des Concentus Musicus. Es beherbergt zahlreiche Notizen und Partituren, die sie nach Anweisungen ihres Mannes eingerichtet hat - unschätzbare Dokumente einer künstlerischen Symbiose. Am 26. September feiert Alice Harnoncourt ihren 90. Geburtstag. Marie-Theres Himmler und Helene Breisach haben für die Musikviertelstunde mit der Jubilarin gesprochen. Außerdem kommen einige Weggefährten zu Wort - ein facettenreiches Porträt der österreichischen Musikpionierin.

Donnerstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Wälder für eine wärmere Zukunft Bäume im Klimatest Das Reh Scheuer Waldbewohner im Kreuzfeuer Das Kalenderblatt 24.9.1970 Luna 16 bringt Mondgestein zur Erde Von Florian Hildebrand Wälder für eine wärmere Zukunft - Bäume im Klimatest Autorin: Renate Ell / Regie: Frank Halbach Hitze, Dürre, Borkenkäfer - die Wälder hatten viel zu leiden in den letzten Jahren. Und wo die alten Bäume fallen, ist es mitunter schwer, neue anzupflanzen, weil der Boden zu trocken ist für die Bäumchen mit ihren noch spärlichen Wurzeln. Und dann ist da auch die Frage: Welche Bäume sollte man pflanzen? Forstleute müssen Entscheidungen fällen für eine Zukunft, die sie nicht genau kennen. Wie warm, wie trocken wird es in hundert Jahren sein? Wie oft gibt es trotz Klimawandel noch eisige Winter und Schnee? Ist häufiger mit starken Stürmen zu rechnen? Welche neuen Schädlinge könnten in einem wärmeren Bayern heimisch werden? Kommt es vermehrt zu Waldbränden? Der Umbau der einst von Fichten dominierten Wälder begann schon in den Neunzigerjahren, nach den schweren Winterstürmen Vivian und Wiebke - damals noch mit "klassischen" Laubbäumen wie Buche, Ahorn oder Esche. Doch bald stößt man beim Waldspaziergang wohl auch auf Flaumeiche oder Robinie. Die Forstverwaltung versucht, anhand einer Datenbank für jeden Standort die optimalen Arten zu wählen. In einigen Jahrzehnten könnten Bayerns Wälder also ganz anders aussehen als heute. Das Reh - Scheuer Waldbewohner im Kreuzfeuer Autorin: Christiane Seiler / Regie: Christiane Klenz Rehe sind für viele niedliche Sympathieträger, andere sehen in ihnen lästige Waldschädlinge. Immer wieder entbrennt um den scheuen Wiederkäuer ein ideologisch aufgeheizter, in aller Öffentlichkeit ausgetragener Streit um das Für und Wider von mehr oder weniger Jagd auf die Rehe. Deshalb ist es angebracht, einmal gewissermaßen hinter die Kulissen zu schauen: Was für ein Tier ist das Reh eigentlich? Denn eins steht fest: Dafür, dass es manche Menschen stört, kann es ja nichts. Rehforscher, Doktorandinnen und bayrische Traditionsjäger berichten von dem Tier, das den einen willkommene Jagdbeute, den anderen ein faszinierendes Forschungsobjekt ist. Wie besiedelt das Reh unsere Kulturlandschaft, aus der es nicht mehr wegzudenken ist? Kann man Rehe überhaupt zählen, um eine angemessene Abschussquote festzulegen? Wie gestaltet sich die Beziehung zwischen Kitz und Geiß? Und was passiert, wenn wieder ein echtes Raubtier wie der Luchs durch den Lebensraum der Rehe streift? Moderation: Birgit Magiera Redaktion: Matthias Eggert und Bernhard Kastner

Donnerstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Von Zähnen und Menschen Wissenschaftliche Grundlagen der Zahnarztbehandlung Von Bettina Conradi (Wdh. v. 13.06.2019) Was macht das Besondere an der Behandlungssituation von Zähnen, verglichen mit anderen Körperteilen, aus?

Donnerstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Freispiel

Kurzstrecke 102 Feature, Hörspiel, Klangkunst - Die Sendung für Hörstücke aus der freien Szene Zusammenstellung: Julia Gabel, Johann Mittmann, Ingo Kottkamp, Marcus Gammel Produktion: Autor*innen/Deutschlandfunk Kultur 2020 Länge: 56" (Ursendung) Kurz und ungewöhnlich: Autorenproduktionen aus Feature, Hörspiel und Klangkunst. Heute mit einem Hörstück über Bewegungen der Erdkruste (Everyday Unknown 1). Der Zaun Von Susanne Franzmeyer Zeit Von aufzeichnensysteme & Konrad Behr Everyday Unknown 1 Von Eric La Casa und Michaële-Andréa Schatt Außerdem: Neues aus der "Wurfsendung" mit Julia Tieke. Ungewöhnlich und nicht länger als 20 Minuten: Drei "Radiokunst"-Redaktionen stellen innovative, zeitgemäße, radiophone Kurz-Hörstücke vor. Kurzstrecke 102

Donnerstag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Die Welt des Hörens. Die vielen Facetten einer Sinneswahrnehmung (4). Gestaltung: Julia Reuter Reparatur der Zukunft. Das Casting neuer Ideen (4). Gestaltung: Team des Radiokollegs Eine Zeitreise mit Alice Harnoncourt. Die österreichische Pionierin der historischen Aufführungspraxis wird 90 (4). Gestaltung: Helene Breisach, Marie-Theres Himmler

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